wanzl


Über diese Ausstellung, obwohl sie wichtig war und gut dokumentiert ist, weiß ich nicht viel zu sagen. Sie war nach der Firma betitelt, die das von uns verwendete Regalsystem herstellt. Unser Professor hatte es geliehen, und es hieß schlicht: wanzl. Bei dem System handelt es sich um stehende runde Stahlstäbe, auf die Plastikkegel gesteckt werden. Und anschließend werden vergitterte Fachböden von oben her eingehängt. Ich fand das Ganze nur halbwegs praktisch, da ich mir beim Aufbau alle paar Minuten die Finger einzwickte. Und die Böden waren schließlich so verkeilt, dass der Abbau zu einer Kalamität wurde.
Die Ausstellung fand Anfang 1994 statt, das war das Jahr, in dem ich die Akademie verließ. Wir räumten den großen Klassenraum leer, in dem sonst gearbeitet wurde und stellten dort vier lange Regalreihen auf. Die Styroporzargen besaß ich zwar schon, aber ich setzte sie noch nicht im Freistand ein. Sie waren daher auch noch nicht mit brauner Schutzfarbe angestrichen. Sie kamen zunächst wegen ihres Schauwertes in Frage.


Fotos wanzl



Im folgenden Sommer legte ich das erste Staatsexamen ab und musste eine Reihe von Prüfung durchlaufen, etwa 15 Stück. Bei der Kunstgeschichteprüfung hatte der Dozent einen Beisitzer. Es war der ehemalige Kunstlehrer meiner damaligen Freundin. Er hatte anfangs des Jahres die Ausstellung wanzl mit seiner Frau besucht, einer Malerin, die aber krank schien. Als sie die Styroporkästen sah und ihren Zweck erfuhr, schlug sie sich entsetzt die Hand vor den Mund.