buch


Lustig ist übrigens eine Geschichte aus dem Buchladen, wo der Stadthonig vertrieben wird. Da kam (der schwarze) Mann wütend herein gestapft und plärrte, dass mein Honig zu günstig verkauft werde. Das gehe nicht. Man müsse mindestens zwölf Euro verlangen. Die Damen dort, weil kaufmännisch hart gesotten, nahmen ihm ein Glas zu 250 Gramm ab. Das verstaubte dann ein halbes Jahr im Regal, während der Absatz von Stadthonig aus dem Rosengarten florierte. Nach der besagten Zeit holte er es murrend wieder ab, ließ sich jedoch nicht entmutigen, sondern brachte 500 Gramm-Gläser, auf deren Etikett plötzlich "Stadthonig" zu lesen stand. Das Etikett war aber fahl, die Farben wirkten gedeckt, ein bisschen wie mit Wasserfarben von einem Kind gemalt, und das Ganze war selbstgestrickt. „Seids ihr wahnsinnig?“, fragte ich. Aber die Buchhändlerinnen antworteten trocken: „Das Zeug will eh keiner. Die Gläser standen ewig herum, ohne dass einer Notiz von ihnen nahm. Tatsächlich hatten die Schlauen seine Gläser im Regal hinterm Verkaufstresen nach hinten und in eine Ecke gerutscht, als handle es sich um eine unliebsame Bucherscheinung (Sarazzin), die leider nicht fehlen durfte. Der Wüstling benutzt inzwischen Imkerbund-Gläser. Das sind die mit dem geprägten Glas. Ein Adler beschützt einen Bienenkorb. Früher war darauf, so las ich es, wohl noch ein Hakenkreuz geprägt. Sein Name steht da nur noch klein in einem Kästchen auf einem ansonsten wirren Etikett und auf den Deckel führt eine Lasche, so dass man gleich erkennt, ob er geöffnet wurde. Den echten Stadthonig aus dem Rosengarten betreffend, führten sie hingegen eine Liste der Personen, die sich namentlich angemeldet hatten, weil sie unbedingt ein Glas kaufen wollten. Der Engpass tritt vor allem im Frühjahr auf. Da will jeder Erster sein, wenn der frische Honig auf den Markt geworfen wird. Und die Gläser stehen ohnehin vorne auf dem Tresen.

Postalisches Feld


Im Jahr 2015 entwarf ich eine Arbeit, die nicht über das mittlere Stadium hinaus kam. Ich bemühte mich, aber es wurde nichts draus. Es ging um Blumenbriefmarken, die die Deutsche Post ungefähr vom Jahr 2014 bis zum Jahr 2016 heraus gegeben hatte und von denen ich einen Haufen in einer Schachtel sammelte. Sie stammten von Briefen, die damit frankiert worden waren, und ich hatte sie ausgeschnitten. Die wollte ich verwenden. Allerdings wollte ich unter Umständen auch die vorher erwähnten Bäckereibienen einbauen und auf jeden Fall noch einen Poststempel erstellen, der anstatt des Briefzentrums und dessen Nummer den Schriftzug APICULTURA trug. Obwohl die Arbeit weit gediehen schien, versandete sie dennoch. Sie war als weitere Herangehensweise gedacht, da ich mich zuerst den magnetischen Feldern gewidmet hatte. Selbst als ich die Bienen wegließ, kam ich nicht weiter. Es öffneten sich die verschiedensten Wege, aber keiner führte zu einem Ergebnis. Womöglich springt eines Tages ein haltbarer Entwurf hervor, dachte ich, aber dafür, wie lange ich mir den Kopf zerbrochen und daran gearbeitet hatte, einen gesamten Sommer durchgehend, war der Ertrag spärlich. Jetzt noch nicht, dachte ich, als ich aufgab. Einige der Blumenbriefmarken und das wunderschöne Gedicht von Heinrich Heine und Textzeilen aus Finnegans Wake baute ich später in besondere Honigetiketten für drei Editionen ein. Das ist natürlich dokumentiert.

Bienenkästen


Wie an anderer Stelle bereits geschildert, kommen die Bienen, wenn sie in Styroporkästen überwintert haben, gut gerüstet und kräftig ins Frühjahr. Im Vergleich hatte ich sogar einen Holzkasten am Stand stehen. Die Bienen darin brauchten fast zwei Wochen länger.
2015 entwickelten ein Freund und ich eine wirkliche Alternative zu den Styroporkästen. Das geschah 23 Jahre, nachdem ich mit der Bienenhaltung begonnen hatte. Ich hatte nicht aufgehört, mir den Kopf über dieses Thema zu zerbrechen. Dabei hatte das Styropor, das ich bis dahin als alternativlos übernommen gehabt hatte, längst in meine Betriebsweise Eingang gefunden. Doch ich war es zunehmend leid. Daher entwickelten wir die Holzkästen, deren Innenräume hohl waren. Selbst war ich aus Gesundheitsgründen nicht in der Lage, diese komplexen Gebilde zu bauen. Der Freund, Künstler und Schreiner, erstellte sie. Und im Frühjahr 2016 strich ich sie mit wasserfester Farbe auf Leinölbasis und begann, sie allmählich einzusetzen. Doch wie ich feststellte, hatte Franz, der elf Jahre begraben lag, unsere sogenannte neue Idee seit vier Jahrzehnten in Grundzügen bereits verwirklicht gehabt. Er hatte ebenfalls mit Hohlräumen gearbeitet, nur hatte er diese wiederum mit Styropor ausgestopft.