Hält künftig überall








Im Jahr 2013 begann die Blüherei wie üblich verfrüht. Die meisten werden sich bereits gewöhnt haben, dass die Zierkirschen ihre hauchdünnen Blütenblätter entfalten, obwohl es tagsüber kalt und windig ist und Nachtfröste fallen. Und ich frage mich, ob ich ein Anachronist bin, denn Jahr für Jahr reagiere ich gleich unverständig und nehme die entgleisten Blühzeiten, die den Bienen zu schaffen machen, persönlich. Die Fliederblüte beispielsweise ordne ich beharrlich dem Wonnemonat zu wie man sich das Eis unter den Eisbären denkt. Dennoch war ich gezwungen, einige bislang feststehende Umgangsweisen im Denken aufzuweichen und in der Handhabung zu ändern.
Im Mai 2013 regnete es beinahe durchgehend und eine weiß blühende Esskirsche, die unglaublich süße, fast schwarze Früchte hervor bringt, lieferte nur verfaulte Klumpen. Des Regens halber, mutmaßte ich, könnte alles nach hinten ins Jahr hinaus verschoben sein. Daher schleuderte ich zum ersten mal seit Anbeginn meiner Imkerlaufbahn Honig aus dem August. Er schmeckt etwas herber.